Im Viadukt Stadt Zürich

Neunutzung Viaduktbögen Zürich (2008)

Auftraggeber

Stiftung PWG, Zürich

Arbeiten intosens

Markt- und Nutzungsanalyse
Nutzungsprogrammierung
Überprüfung Wirtschaftlichkeit

Entwicklungsabsicht

Transformation Viaduktbögen zu Markthalle und Kreativ-Nutzungen

Von der Barriere zum Begegnungsort

Lange Jahre blieben die stimmungsvollen Bögen des Eisenbahnviaduktes aus der Gründerzeit grösstenteils ungenutzt. Viele standen leer und der zweigeschossige Viadukt wirkte als trennende Barriere zwischen dem alten und dem neuen Kreis 5. Im 2003 mussten die SBB das über 100jährige Industriedenkmal sanieren und stiessen seinen Ausbau an. Die Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigen Wohn- und Gewerberäumen der Stadt Zürich (PWG) erwarb die Bögen im Baurecht und wollte unterschiedliche, quartierbezogene Nutzungen unterbringen.

Wie lässt sich ein denkmalgeschütztes Infrastrukturelement programmieren, so dass es integraler Teil des Stadtgefüges wird? Um sich im Umfeld zu behaupten und die Wirtschaftlichkeit zu sichern, musste dem Projekt schon in der Planungsphase eine hohe Bedeutsamkeit zukommen.

53 Viaduktbögen - mit Kreativwirtschaft zu Bedeutung

Zürich führt seit Jahren weltweit die Liste der Städte mit der höchsten Lebensqualität an. Dies nicht zuletzt dank der Kreativwirtschaft, die das Potential hat, sich mittelfristig zu einer wesentlichen Triebkraft der Innovation zu entwickeln. Die Kreativwirtschaft leistet einen massgeblichen Beitrag zur Standortattraktivität von Zürich. Auch andere Wirtschaftszweige wie der Tourismus und das Gewerbe profitieren von kreativen Projektumsetzungen. Die Viaduktbögen eignen sich speziell als Ort für kreative Unternehmen und positionieren sich als Markt-Kultszene, umgeben

• vom Versorgungsort und Zentrum (Limmatplatz),
• dem Transit-Frequenzpol (Hardturmbrücke),
• von der Kultur- und Kunstszene (Löwenbräu-Areal und Innovativ-Szene),
• von der Alternativ-Kultszene um den Containerturm der Freitag-Taschen
• vom Ausgehtreffpunkt rund um den Kinokomplex Abaton

IM VIADUKT hat es zum Bedeutungsort geschafft. Dies wurde möglich, weil der Viadukt mit seiner Herkunft bereits ein Mythospotenzial birgt. Es sind Mythos und Konzentration auf einen Nutzungsschwerpunkt, die dem Viadukt seine Bedeutung geben. Die Positionierung als «Cluster für Kreativwirtschaft und Markenbildung» stärkt die ökonomischen Gewinnaussichten und ist verbindendes Element. Von hier geht eine Anziehung, ja sogar Impulswirkung für ganz Zürich-West aus. Die Markthalle, die Gastronomien und die Mode- und Designlabel bringen den Dreiklang «Feeling, Inspiration und Kreativität» zu einem Angebot mit überregionaler Bedeutung. 

Menschen, die etwas entwickeln und/ oder produzieren finden IM VIADUKT einen idealen Ort der Markterschliessung.

Zwischen 2009 und 2011 entstand unter den Viaduktbögen eine Markthalle, in der Bauern und Lebensmittelhändler aus der Umgebung ihre Ware anbieten, und eine Ladenstrasse mit trendigen Geschäften und Dienstleistungen. Die Einbauten der siegreichen Arbeitsgemeinschaft EM2N Architekten AG und Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten orientierten sich an den einfachen, vor dem Umbau vorhandenen Remisen. Direkt, schlicht, aufs Minimum reduziert, sodass der rohe Charme des Bauwerks weiterbesteht.

IM VIADUKT wurde vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) für die zukunftsfähige Gestaltung des Lebensraums «Umsicht 2011» ausgezeichnet. Es heisst, das Projekt beeindrucke «durch seine gestalterische Qualität» und gebe «Impulse für den laufenden gesellschaftlichen Umbruch im Quartier. Die umgesetzte multifunktionale Adaption des Viadukts als ein Stadtteile verbindendes Element ist ein zukunftsorientierter, wertvoller Beitrag zur Stadtentwicklung».

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